Schneehase
Lepus timidus
© Marc Begert / wildenachbarn.ch

Lebensraum

Überall

Der Schneehase ist bestens an harte Winterbedingungen angepasst. Seine grossen, stark behaarten Pfoten funktionieren wie Schneeschuhe. Ohren und Schwanz sind zur Reduzierung des W√§rmeverlustes k√ľrzer als beim Feldhasen. Durch den jahreszeitlichen Wechsel der Fellfarbe ist er auch im Schnee perfekt getarnt. Er gr√§bt keine Baue, sondern ruht zwischen Steinen, unter Wurzelst√∂cken, Zwergstr√§uchern u.√§. Vegetarische Ern√§hrung. Fortpflanzungszeit von Ende April bis im Sommer, 1-3 W√ľrfe pro Jahr mit 1-3 Jungen pro Wurf. Keine Territorien, Aktionsgebiete bis 30 ha. Die fortschreitende Klimaerw√§rmung k√∂nnte den Lebensraum des Schneehasen nach oben schieben und l√§ngerfristig zu seinem Verschwinden f√ľhren.

Erkennungsmerkmale 
Fell im Sommer graubraun und im Winter weiss. Ohren mittellang mit schwarzen Spitzen. Schwanz einheitlich weiss gefärbt.
Lebensraum 
Auf halboffenen Flächen im Waldgrenzbereich bis 3800 m.
Gefährdungsgrad
Nicht gefährdet
√Ąhnliche Arten
Andere einheimische Hasenartige sind das Wildkaninchen und der Feldhase. Der Feldhase bewohnt hauptsächlich Feld, Wald und Wiesen in tieferen Lagen. Vereinzelt kommt es jedoch zu Hybridisierung (Kreuzung) zwischen den Arten. Kreuzungen zwischen Feldhase und Wildkaninchen sind auf Grund ihrer unterschiedlichen Chromosomenanzahl nicht möglich.
Ma√üe 

Kopf-Rumpf-L√§nge 48‚Äď‚Ää60‚ÄČcm,
Ohren ‚Ää8‚Äď9.5‚ÄČcm, Gewicht 1.5‚Äď3.5 kg.

Aktivit√§tszeit 
Ganzjährig aktiv, vorwiegend in der Dämmerung und nachts.
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Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
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Fuchs. © Stefan Wassmer / stadtwildtiere.ch

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Spuren im Schnee

Auch wenn der scheue Schneehase aufgrund der perfekten Tarnung seines weissen Winterfells selten gesichtet wird, verraten die typischen Hasenspuren im Schnee seine Anwesenheit. Die Spuren von Feld- und Schneehase sind kaum zu unterscheiden. Um Begegnungen mit tagaktiven Fressfeinden wie dem Steinadler zu vermeiden, ist der Schneehase vor allem nachtaktiv.

Bewohner hoher Lagen

Im Sommer trifft man Schneehasen selten unterhalb der Baumgrenze an. Im Winter hingegen k√∂nnen sie bis auf 1500 Meter √ľber Meer vorkommen. Das Nahrungsspektrum des Schneehasen wird von der Verf√ľgbarkeit der Nahrung bestimmt. Im Sommer fressen Schneehasen Gr√§ser, Beeren, Kr√§uter und Jungtriebe, im Winter ist das Nahrungsangebot wegen des Schnees eingeschr√§nkt. Zu dieser Zeit fressen Schneehasen vor allem Baumrinden, Zweige oder auch Fichtennadeln.

Schneehasenspuren (wie auch Feldhasenspuren) zeigen eine typische Trittfolge, wobei die Vorderpfoten nebeneinander zu liegen kommen, während die Hinterpfoten hintereinander abgestellt werden.

© Mirco Lauper / stadtwildtiere.ch

 

Das Sommerfell des Schneehasen ist grau-braun gefärbt. Einzig der Schwanz bleibt auch im Sommer weiss. Im Winter ist der Schneehase fast komplett weiss gefärbt.

© peterwey / Can Stock Photo

Gestresste Schneehasen

Eine wissenschaftliche Untersuchung in den Alpen konnte zeigen, dass Schneehasen in Gebieten mit hoher Tourismus-Aktivit√§t erh√∂hte Mengen von Stresshormonen im Kot aufweisen (siehe Buchtipp rechts). Bergsportler, die sich abseits der Wege und Pisten bewegen, k√∂nnen Schneehasen in ihren Verstecken aufgeschrecken, wodurch √ľberlebenswichtige Ruhephasen unterbrochen werden.¬†
Daher ist es wichtig, besonders im Winter auf den Pisten oder Wegen zu bleiben, nicht nur den Schneehasen, sondern allen Wildtieren zuliebe.

Gefahren 
  • Klimawandel: Mit zunehmenden Temperaturen verringert sich das potentielle Verbreitungsgebiet des Schneehasen. Zudem vermag sich der gr√∂ssere Feldhase aufgrund des w√§rmeren Klimas in h√∂here Lagen auszubreiten und damit den Schneehasen zu konkurrenzieren.
  • Bergtourismus: Der zunehmende Tourismus in den Bergregionen setzt den Schneehasen zu.
  • Feldhasen: Feldhasen bedeuten f√ľr Schneehasen insofern eine Gefahr, als sich Schnee- und Feldhasen in den √úberlappungsgebieten verpaaren k√∂nnen. Als Folge der Klimaerw√§rmung gibt es vermehrt Mischlinge (Hybriden). Welche Auswirkungen diese Mischlingen f√ľr die alpine Hasen-Art haben, ist umstritten. M√∂glich w√§re im Extremfall, dass der Feldhase den kleineren, konkurrenzschw√§cheren Schneehasen verdr√§ngt (Artikel aus der NZZ zum Thema).
Mehr Informationen

Dieses Buch von Maik Rehnus fasst den aktuellen Kenntnisstand zum Schneehasen zusammen und zeigt die ungewisse Zukunft dieses Spezialisten f√ľr Extreme auf.